Meine nächsten Termine

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„Unter der Glückshaube, Wie ich erwachsen wurde“ Rückmeldungen zweier Leserinnen und eines Lesers

01 Mai
1. Mai 2024

314/Mai 2024

Guten Tag,
noch immer ist mein Buch „Unter der Glückshaube“im Buchhandel nur mit Mühe erhältlich, obwohl verzeichnet, und bei Amazon noch gar nicht, aber ich hoffe, dass dies demnächst gelingt. Einfach macht einem kleinen Selfpublisher der Großkonzern nicht.
Umso mehr erfreut, wenn weitere Rückmeldungen von Lesern eintreffen.(Die bisherigen und die hier zitierten in voller Länge sind auf meiner Homepage bei Publikationen zu finden).Zusammenfassend sehr positiv: „Tolles Buch, der Genuß ist enorm, ein wahres Zeitzeugnis.“ Aber lesen Sie selbst.
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Beim morgendlichen Schwimmen in Mainz-Mombach begegnet man sich. Man grüßt sich. Und tauscht sich ein bisschen aus. „Gitti“ bestellte ein Buch und schrieb nun dazu eine Kurzrezension: „Schlusstunnel, Restlaufzeit, Zielgerade,passt alles. Auch ich bin dabei, noch nicht getroffen, aber doch betroffen. Ein tolles Buch „Unter der Glückshaube“

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„Lieber Henning, hörst Du mich lachen?„fragt ein entfernter Verwandter aus Berlin, Hubertus Andreae, selber ein Familienforscher aus Leidenschaft, insbesondere zur Heimat seiner Vorfahren, Mecklenburg.Und er fährt in seiner Rückmeldung zum Buch fort: „Ich genieße jede Zeile, jede Seite.Ist tatsächlich so. Ich liebe ja Anekdoten. Der Genuß ist enorm, der Schreibstil ist wunderbar“

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Maritta Koch-Weser v. Bieberstein setzt als wie der Autor zur 68er Generation gehörig, den Akzent ihrer Rezension ein wenig anders:“Ich habe das Buch als eine Kulturgeschichte unserer geteilten Lebenszeit gelesen.“ Sie arbeitet drei Punkte heraus, die im Buch beschrieben werden: das Leben als Flüchtlingskind,als Kind aus adeligem Hause und, ihr besonders wichtig, als Kind mit Vätern der Kriegsgeneration.“Vielleicht haben unsere Väter uns die genauen,grausamen , das Gewissen ewig plagenden Hergänge der Nazi-Kriege erspart, damit wir diese Büerde, diese konkreten Bilder nicht mit in unser Leben und das unserer Kinder und Enkel nahmen?“< Abschließend hebt sie „die Kunst, die Gabe und Freude des superben Schreibens“ hervor und nennt das Buch „ein wahres Zeitzeugnis„. Sie wünscht sich eine Fortsetzung.

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Unter der Glückshaube, Wie ich erwachsen wurde, Wiesbaden (Selfpublishing) 2024, 350 Seiten, 19,90 € inklusive Versand. Bestellung am besten direkt bei mir henningvon vieregge@gmail.com

Bürgerräte- eine gute Idee? Eine Abwägung von Hans Peter Meister

17 Apr
17. April 2024

313/April 2024
Guten Tag,
Bürgerräte, was sind sie und wem nutzen sie? Diesen Fragen bin ich in einem Interview mit einem Befürworter dieses Instruments nachgegangen. Der Ökologe Hans-Peter Meister ist Pionier von Bürgerbeteiligung, Dialogen und gesellschaftlicher Kooperation. Als Gründer des deutschen Marktführers ifok entwickelte er das Unternehmen vom Start-Up zum internationalen Kompetenzzentrum für nachhaltige Entwicklung. Heute leitet er das von ihm gegründete gemeinnützige Bürgernetzwerk für systematische Bürgerbeteiligung. Meister vertritt in dem Gesprach die These, dass Bürgerräte nicht nur keine Konkurrenz herkömmlicher Lobbyarbeit sein müssen, wie vielfach befürchtet, sondern dass sie für Verbände auch eine Chance sein können.

Mit besten Grüßen
Henning v.Vieregge
buergerraete-eine-gute-idee-auch-fuer-verbaende

Todesanzeigen zeigen den Wunsch, erinnert zu bleiben. Er ist aus guten Gründen unerfüllbar.

08 Apr
8. April 2024

312/4/ 2024

Guten Tag,

Die Erinnerung soll den Tod überdauern. In Todesanzeigen findet sich dieser Wunsch. Hier eine Auswahl aus einer Wochenendausgabe einer Lokalzeitung:
In unserem Leben wirst du für immer einen großen Platz im Herzen einnehmen
– Wir vermissen dich zutiefst und werden dich immer in Erinnerung behalten
– Jetzt verfolgen wir den Weg immer mit dem festen Ziel, in seinem Sinne zu handeln
– Du bleibst unvergessen
– ach Sie ist nicht mehr da, doch werden wir ihr täglich begegnen
– Ihre helfenden Worte werden uns ein Leben lang begleiten
– Wir werden dich nie vergessen
– Wir werden uns immer an dich erinnern
– Du wirst uns fehlen und immer in unserem Herzen bei uns sein
– Du wirst immer in unserem Herzen sein
– Wir werden ihn stets in bester Erinnerung behalten
– Dein strahlendes Lachen, dein großes Herz und vor allem Deine Liebe werden für immer in unserem
Herzen sein
– Durch ihr Wirken wird sie uns in steter Erinnerung bleiben
– Es bleiben Erinnerung, Verbundenheit und Liebe
– Liebe ist etwas, das niemals stirbt. Die Erinnerung steht immer diem Herzen zu Diensten

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Warum sollen die Toten in Erinnerung bleiben? Und wie lang bleiben sie in Erinnerung? In meinem Buch „Unter der Glückshaube-Wie ich erwachsen wurde“ geht die lebendige Erinnerung eines Nachkriegskindes zurück bis 1888, dem Geburtsjahr des Großvaters. Nun bin ich selber Großvater, das sind also fünf Generationen, die erinnert werden können. In Wirklichkeit sind es zwei, die Eltern und die Großeltern. Die Urgroßeltern leben noch in der einen anderen Anekdote fort. Der Wunsch ist in jedem von uns in unterschiedlicher Stärke verankert, weder im Alter noch nach dem Tod vollständig in Vergessenheit zu geraten. Das Leben soll doch Spuren setzen. Aber die Spuren verlaufen sich im Sand. Das ist nicht bejammernswert, sondern sinnvoll. Andernfalls wäre die Vorratskammer der Erinnerungen überfüllt und hätte keinen Platz für Neues. „Die Jugend stürmt den Himmel, das Alter senkt den Blick zu Boden und studiert die Erde, unter der es demnächst zu liegen kommt“. (Juli Zeh)

Mit Höcke in die öffentliche Diskussion gehen?

18 Mrz
18. März 2024

311/März 2024

Guten Tag,
der CDU-Vorsitzende in Thüringen, Mario Vogt, hat sich mit dem AfD Vorsitzendes des Landes,Björn Höcke,für den 11. April zu einem TV-Duell verabredet. Bei Welt-TV, kein ein öffentlich-rechtlicher Sender also. Die Resonanz zu diesem Vorhaben ist gewaltig. In den sozialen Medien , soweit ich das nachgelesen habe, ist das Echo überwiegend negativ. Kernargument „Mit einem Faschisten redet man nicht“.
Wer die gegenteiligen Argumente vorbringt, macht sich somit der Steigbügelhalterei verdächtig. Das schüchtert ein,die gegenteilige Position zu vertreten und das ist wohl auch die Absicht. Ernsthafte Sorge um die Demokratie und pure Wahltaktik sind dabei kaum zu trennen. Das zweithäufigste Argument lautet: „Der Voigt geht unter“.
Beide Argumente gehören überprüft.
Ich habe das getan. Am Ende bin ich mir, ehrlich gesagt, immer noch nicht sicher, was richtig ist.Aber wenn man nichts riskiert,hat man gleich verloren.Und was den CDU-Mann angeht, so ist es ihm gelungen, allein mit der Ankündigung gehörige Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Hier ist mein Text:

Nicht wenige Kommentatoren sind der Auffassung, das angekündigte TV Duell Mario Voigt (CDU) versus Björn Höcke (AfD), beide Thüringen, bedeute einen Punkt für Höcke. Wie das? Politiker der anderen Parteien reden doch schon seit Monaten, wenn nicht seit Jahren, davon, man müsse sich mit der AfD inhaltlich auseinandersetzen. Eine richtige Forderung, die Voigt aufgegriffen hat. Das Streitgespräch soll am Gedenktag der Befreiung des KZ Buchenwald stattfinden. Besser geht es doch nicht! Wenn es einer hoffentlich souveränen, unparteiischen Moderation gelänge, die Standpunkte beider Konkurrenten freizulegen, insbesondere beider Geschichtsverständnis, dann hätte man vielleicht mehr erreicht als mit der Ausgrenzungsstrategie, wie sie von Parteien und Medien bisher weitgehend praktiziert wurden.
Falsch ist es, einem AfD Vertreter vier oder fünf Gegner gegenüber zu setzen, die in einem Überbietungswettbewerb den politischen Konkurrenten als Feind bloß zu stellen versuchen. Denn bei einem solchen Format kann der Minderheitsvertreter den ernsthaften Diskurs vermeiden und sich als verfolgte Unschuld glaubwürdig präsentieren.
Das 1:1 Gespräch zu jeweils einem Thema (Migration, Russland, EU usw.) erscheint da bei weitem zielführender. Der Versuch ist es jedenfalls wert und könnte zur Nachahmung auch in den öffentlich-rechtlichen Medien ermuntern. Vielleicht lassen sich Protestwähler, die AfD wählen wollen, auf diesem Weg davon abbringen.Die personellen Paarungen sollten variieren. Rolf Mützenich versus Tino Chrupalla zum Russland/Ukraine Krieg könnte doch auch aufschlussreich sein.

Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

Triggerpunkte-bei Steffen Mau und mir

07 Mrz
7. März 2024

310/März 2024

Guten Tag,

In meinem Buch „Unter der Glückshaube – Wie ich erwachsen wurde“ habe ich mich ausführlich, fast quälend, mit meiner einige Jahre währenden Auseinandersetzung mit den Eltern beschäftigt. Das war zwischen meinem 15. Und 17. Lebensjahr.

Ich bin beim Schreiben zu einer mich überraschenden Beobachtung gekommen. Ich habe, leider im Nachhinein, beide Eltern sind schon gestorben, ich hätte es ihnen gerne gesagt, herausgefunden, dass die Unterschiede in politischen, kulturellen Fragen viel geringer waren, als wir es damals eingeschätzt haben. Allerdings gab es Triggerpunkte, mit deren Hilfe sich die Flamme des Streits, wenn sie denn zu erlöschen drohte, neu entfachen ließ. Nun lese ich, dass ich mit dieser Beobachtung auf der Höhe soziologischer Erkenntnis bin. Steffen Mau, Soziologe, hat ein Buch mit dem Titel Triggerpunkte geschrieben. In einem begleitenden Artikel heißt es: „Bei vielen Themen liegt die breite Mitte der Gesellschaft ziemlich nahe beisammen. – Mit Ausnahme ebenjener Triggerpunkte, die von Polarisierungsunternehmern, insbesondere der extremen Rechten, gezielt gereizt werden.“ Ich war, keineswegs extrem rechts, so ein Polarisierungsunternehmer, und meine Eltern, Read more →

Leitkultur ist wichtig und erklärungsbedürftig

22 Feb
22. Februar 2024

309 Februar 2024
Guten Tag
Zu Füßen der Frieden-Pagode in der Nähe von Galle in Sri Lanka steht ein Tempel. Der Mönch lädt die Fremden ein, einzutreten. Fotografieren ist verboten. Der Mönch bietet an, ein Friedensgebet zu sprechen. Die Fremden werden eingeladen, mitzuwirken. Eine Trommel schlägt ein wiederkehrendes Motiv zur Begleitung des kurzen Gebets in srilankesischer Sprache, das mantrartig wiederholt wird. Die Fremden, also wir,dürfen sich mit Schlaginstrumenten beteiligen und verlieren bald die Scheu. Sie sprechen das Gebet mit, schlagen im Takt dazu. Wenn der Mönch sich verbeugt, verbeugen sie sich auch. Nur ein Mann ist mit kurzen Hosen respektlos gekleidet. Keiner hat Schuhe an, wer kann, sitzt im Schneidersitz. Kurzum: die Fremden, also wir, passen sich den buddhistischen Regeln an . Sie tun es sogar offensichtlich gern. Sie hoffen, dass das gemeinsame Gebet zum Frieden in der Welt beiträgt. Die Fremden sind in der Fremde keine Fremdkörper, weil sie sich respektvoll anpassen.
Gäbe es in Sri Lanka eine Diskussion um Leitkultur, so wäre in diesem überwiegend buddhistischen Land das richtige Verhalten an und in den Heiligtümern Teil einer Leitkultur.

Als in Deutschland vor 23 Jahren Friedrich Merz den Begriff der Leitkultur einzuführen versuchte, konnten sich Regierung und ein Teil der Medien vor Spott kaum beruhigen. Offenbar gab es kaum etwas Lustigeres als Leitkultur. Jetzt ist die Diskussion wieder oben auf der Agenda. Warum? Weil ein Teil der Fremden sich gegenüber Inhalten und Formen, die den meisten Deutschen wichtig sind, abweisend bis aggressiv verhält.Damit ist die Bereitschaft in Deutschland gewachsen, sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen.Das ist begrüßenswert. Zu kurz gekommen ist dabei der Hinweis, dass Inhalte der Leitkultur erklärt werden müssen, ehe sie eingefordert werden können.

Was Leitkultur ausmacht, muss diskutiert werden. Es ist ein Mix aus Inhalten und Formen.

Zu den wichtigen Inhalten zählt das Verständnis von einem Staat, der bei aller Unzulänglichkeit seiner Verwaltung seinen Bürgern kein Feind ist. Wer hier zulande Asyl beantragt, kommt aus Ländern, in denen der Staat entweder gar nicht funktioniert oder für Willkür, Korruption und Unterdrückung seiner Bürger steht. Der Bürger erlebt ihn dort als Feind. Dieser Unterschied muss erklärt werden, bevor er eingefordert werden kann.

Zweites Beispiel: Deutscher Sonderfall Antisemitismus. Zumal, wenn die Migranten aus Ländern stammen, in denen sie frühzeitig den Hass auf Juden und Israel gepredigt bekommen.

Allein diese beiden Beispiele zeigen, dass leitkulturelle Inhalte breit diskutiert gehören, bevor sie den Migranten verdeutlicht werden als ein Erfordernis für ein gedeihliches Zusammenleben hierzulande.
Mit herzlichen Grüßen
Henning von Vieregge

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